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Pater Aloysius Schwartz







Zweimal war er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Der "Washington Star" vermutete gar, er könne der erste Amerikaner sein, den man heiligsprechen werde. Die Republik Korea verlieh ihm, ob seiner sozialen Verdienste, die höchste zivile Auszeichnung für Ausländer, die Philippinen den Magsaysay-Preis.
Der deutsche Botschafter in Seoul rühmte ihn als seltenen Idealisten.

Dennoch ist Aloysius Schwartz im Bewusstsein der Öffentlichkeit weitgehend ein Unbekannter geblieben. Auf ihn gehen alle Einrichtungen zurück, in denen die »Marienschwestern« Slum-Kindern Zuflucht und Heimstatt geben.

1930 als Sohn deutschstämmiger Vorfahren in Washington D.C. geboren, studierte er zunächst in seiner amerikanischen Heimat, später im belgischen Löwen (Louvain) Theologie.

1957 zum Priester geweiht, ging er noch im gleichen Jahr nach Korea. In seiner frühen Zeit wirkte er im Armenviertel von Song-do (Pusan), organisierte ein Arbeitsprogramm für 3.000 Slum-Bewohner und nahm schließlich (1966) die ersten 120 Waisenkinder in ein Heim auf. Zu dessen Unterhalt trugen amerikanische Spender bei, die er mit Büchern, Vorträgen und Bittbriefen für seine Schützlinge gewann.

Deren Zahl wuchs unaufhörlich - zunächst in Pusan, später in Seoul, wo Aloysius Schwartz sich auch behinderter Kinder und der Obdachlosen annahm. 1984 lud Jaime Kardinal Sin - Oberhaupt der philippinischen Katholiken und bis zu seinem Tode Beschützer und Fürsprecher der Schwestern - ihn nach Manila ein. Die Folge, nach wenigen Jahren: Heime, Schulen und Lehrwerkstätten für viele tausend Slum-Kinder. 1989 vom Vatikan als Prälat (Praelatus Honorarius) eingesetzt, blieb er seinen Kindern und Freunden zeitlebens "Pater" Schwarz (Father Al).

1989 erkrankte er an ALS (Amyotrophe Lateral-Sklerose) und erfuhr, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat. Dessen ungeachtet erwarb er noch im gleichen Jahr im mexikanischen Chalco ein Stück Land und gründete eine erste Zuflucht für Slum-Kinder auf lateinamerikanischem Boden.

Kurz nach der Einweihung des ersten Heimes starb Aloysius Schwartz am 16. März 1992 im 62. Lebensjahr. In Silang (Cavite, Philippinen) liegt er in einer Kapelle begraben.

Im Januar 2015 verlieh der Vatikan Pater Schwartz den Status eines venerabilis Dei servus (übersetzt: ehrwürdiger Diener Gottes). So werden Menschen genannt, deren Antrag auf Seligsprechung von der Katholischen Kirche geprüft und angenommen wurde. Dazu bedurfte es einer Dokumentation über das Leben und Wirken von Pater Schwartz. Nach einer intensiven Prüfung, auch der Augenzeugenbericht seines Wirkens, bestätigte Papst Franziskus im Januar 2015 die „virtues of heroic degree“ (übersetzt: heroischer Tugendgrad) für Pater Schwartz. Damit steht der Armenpfarrer auf der ersten Stufe im Prozess der Seligsprechung.


Ein Link zu der Seite für Pater Schwartz "Beatification" (Seligsprechung): www.fatheralsainthood.org